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Die Strategie von Uniqlo – Der Unterschied zu den Konkurrenten H&M und Zara

Wie gelingt es Uniqlo, sich bis 2020 zum größten Retailer zu entwickeln?

Nach dem großen Erfolg in seinem Heimatland Japan hat Uniqlo seine Strategie angepasst, um weltweit zu expandieren. Die Entwicklung zum drittgrößten Retailer der Welt erfordert eine bestimmte Strategie. « Von Tokio in die ganz Welt »… 

Wie gelingt es Uniqlo, sich bis 2020 zum größten Retailer zu entwickeln? Wir haben mit den Daten von  RETVIEWS Uniqlos Strategie analysiert, um zu verstehen, was die Brand so erfolgreich macht.

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Langsamer als die konkurrenz 

Uniqlo unterscheidet sich von der Konkurrenz dadurch, dass der Fokus des Unternehmens nicht auf der Menge produzierter Styles und deren Relevanz für Trends, sondern auf Qualität liegt. Die Brand lehnt die Bezeichnung „Fast-Fashion“ ab:  

„Wir produzieren keine Wegwerfmode.“ Tadashi Yanai, CEO von Uniqlo 

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Gute Kleidung bedeutet für Uniqlo hochwertige Materialien und erstklassige Herstellungsprozesse sowie Passformen für verschiedene Menschen und Körpertypen. Die japanische Brand ist für die Entwicklung ultimativer Alltagskleidung bekannt. Konsumenten finden dort erstklassige Basics und eine feine Auswahl an minimalistischer Kleidung. Darüber hinaus bietet der Retailer günstige Funktionskleidung an. 

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Uniqlo produziert weniger Designs als seine Wettbewerber. Dieses Geschäftsmodell ist weitaus nachhaltiger als das rasante Tempo der Konkurrenz. Da Nachhaltigkeit heutzutage bei Konsumenten eine immer größere Rolle spielt, wäre dies möglicherweise ein zukunftsfähiges System. Indem weniger produziert wird, kann sich das Unternehmen auf die Entwicklung zeitloser, langlebiger Kleidungstücke konzentrieren – der Schwerpunkt des Unternehmens. 

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Die Brand ist für ihre Strickwaren aus hochwertigen Materialien bekannt: knapp 70 % der Strickwaren werden aus natürlichen Materialien hergestellt. Im Vergleich dazu verwendet Zara für seine Strickwaren nur 20 % natürliche Materialien. Insgesamt liegt der Anteil an Baumwolle bei den Kollektionen von Uniqlo bei 30 % und der von Polyester bei nur 20 %. Für die Wettbewerber aus dem Fast-Fashion-Sektor ist Polyester das bevorzugte Material. Diese Entscheidung ist angesichts der Auswirkungen von Polyester auf den Planeten sehr erfreulich (Siehe: Polyesterfaser – Die Auswirkungen von Fashionbrands auf die Meeresverschmutzung). Trotz der hohen Qualität der Materialien kann Uniqlo seine Produkte zu einem erschwinglichen Preis anbieten. Der Durchschnittspreis für Strickwaren von Uniqlo liegt bei 37,47 Euro und von Zara bei 33,16 Euro. Das ist nur ein minimaler Unterschied, wenn man sich den höheren Einsatz von natürlichen Materialien betrachtet. 

Eine andere sortimentsstrategie

Wir haben die Sortimentmixe der drei Fashionriesen unter Verwendung der Daten von RETVIEWS miteinander verglichen, wobei zwei Produktkategorien von besonderem Interesse sind. 

 

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T-Shirts gehören zu Uniqlos Bestsellern und machen die Hälfte der Produktkategorie „Oberteile“ aus. Zudem liegt innerhalb des Sortimentmixes eine starke Gewichtung auf Dessous & Lingerie und Strumpfwaren, die über 50 Prozent der Accessoires dieser zwei Produktkategorien ausmachen. Das ist eine ausgezeichnete Strategie, um Kunden in die Geschäfte zu locken. Uniqlo bietet Accessoires, die öfter ausgetauscht werden müssen, zu günstigen Preisen, damit die Kunden wiederkommen. Diese Artikel befinden sich in der Regel im hinteren Teil der Filiale oder im zweiten Stock. Dadurch sind Kunden gezwungen, durch die ganze Filiale zu gehen, was wiederum den Kauf anderer Produkte auslösen soll. 

Im Bereich Lingerie lag der Fokus der Brand auf bequemer Unterwäsche. Uniqlo arbeitet jetzt mit der französischen Dessous-Brand Princesse Tam Tam (die ebenfalls zur Fast Retailing-Gruppe gehört) zusammen, um zarte und raffinierte Dessous anzubieten. 

Qualität zu einem wettbewerbsfähigen preis 

Die Preisstrategie von Uniqlo ist faszinierend. Uniqlos Zielgruppe umfasst Menschen aller Altersgruppen und aller Geschlechter. Sie kommen aus allen demographischen Schichten und wünschen sich hochwertige Kleidung zu einem erschwinglichen Preis. Aus diesem Grund werden die Preise sehr niedrig gehalten. 

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Ungefähr 70 Prozent der Preise liegen unter 30,00 Euro, wobei die meisten zwischen 10,00 Euro und 29,99 Euro liegen. Uniqlo möchte erstklassige Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten, was ziemlich einmalig ist. Der teuerste Artikel von Uniqlo kostet 179,90 Euro, während der Höchstpreis der Wettbewerber bei ca. 500,00 Euro liegt. Da das Unternehmen en gros kauft und die komplette Produktionslinie besitzt, kann es seine Kosten und folglich auch die Preise reduzieren und sicherstellen, dass die Qualitätsstandards eingehalten werden. 

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Wenn wir uns die Preise für T-Shirts etwas genauer ansehen, stellen wir fest, dass fast alle unter 20,00 Euro liegen. Die Preisspanne ist auch hier enger als bei den Wettbewerbern, wobei die Mindest- und Höchstpreise sehr nahe am Durchschnittspreis liegen. Mit dieser Strategie macht Uniqlo klar, dass der Fokus auf einfachen Produkten zu günstigen Preisen liegt. 

Innovative produkte 

Die japanische Brand möchte sich durch Innovationen auf dem Markt differenzieren. Das Unternehmen entwickelt neue Technologien, um das Leben der Konsumenten zu verbessern. Ziel ist es, komfortable und praktische Alltagskleidung zu produzieren. 

Alle Innovationen sind durch Urheberrechte geschützt, um zu verhindern, dass Wettbewerber die innovativen Fashiontechnologien stehlen.  

Kooperationen 

Da das Unternehmen keinen Fashiontrends folgt, ist die Uniqlos Marketingstrategie äußerst faszinierend. Um begehrenswerte Artikel anbieten zu können, arbeitet der Retailer gerne mit berühmten Designern und Künstlern zusammen. 

So wurde beispielsweise der Designer Christophe Lemaire für die Entwicklung der Uniqlo U Kollektion auserkoren. Viele Designer haben gemeinsam mit Uniqlo erstaunliche Kollektionen entwickelt, darunter: JW Anderson, Ines de la Fressange, Jil Sander, Alexander Wang.

Da das Sortiment nur wenig Druckware enthält, kreieren die Künstler gemeinsam mit der Brand einzigartige T-Shirt-Designs. Erst kürzlich war die Uniqlo Kaws Kollaboration unter jungen Erwachsenen der Renner. Viele andere berühmte Künstler, darunter Keith Haring oder Verdy (Schöpfer von Girls don’t Cry) haben ebenfalls mit Uniqlo zusammengearbeitet. 

Made for all

Hatten Sie beim Einkaufen in einer Uniqlo-Filiale schon jemals Schwierigkeiten, die passende Größe zu finden? Die japanische Brand achtet darauf, dass das nicht vorkommt.

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Diese Zahlen zeigen die durchschnittliche Anzahl der im E-Shop erhältlichen Größen. Uniqlo bietet weniger Produkt an als seine unmittelbaren Wettbewerber Zara und H&M, kann aber das Risiko des Verlusts einer Verkaufschance infolge der Nichtverfügbarkeit von Größen minimal halten. Das breite Größenspektrum der Produkte umfasst Konfektionsgrößen von XXS bis XXL. 

Das Motto «Made For All» spiegelt sich auch in der großen Auswahl an Farben wider. Das nachfolgende Diagramm zeigt eine Gegenüberstellung der bei Uniqlo und seinen Wettbewerbern erhältlichen Farben. 

Uniqlo zieht es vor, weniger Artikel in einer Vielfalt an Farben anzubieten. Wenn Kunden ein Produkt gefällt, kaufen sie es möglicherweise in mehreren Farben. Durch das umfassende und gleichzeitig individualisierte Angebot fühlt sich der Kunde als etwas Besonderes, aber das Sortiment spricht alle Menschen an.  

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Fazit

Uniqlo hat eine einzigartige Marketingstrategie entwickelt, um bis 2020 der größten Retailer der Welt zu werden. Das Unternehmen setzt auf Qualität statt Quantität und Trends, um zeitlose und auf eine gewisse Weise nachhaltig produzierte Kleidungsstücke anzubieten. Die Preisstrategie ist konstant: günstige Preise, da sich das Unternehmen im Besitz der kompletten Produktionslinie befindet. Innovationen und Kollaborationen machen die Brand zu einer aufregenden Marke. Die Zielgruppe ist groß und das Prinzip einfach: Kleidung für fast alle Körperformen und Größen anzubieten. 

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